Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Mein Ich in Mir (Daniel Mathias Löser) - Rezension



Verlag: Vindobona/ united p.c.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-85040-568-3
Seiten: 164
Preis: 18,90 €
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Diese Rezension ist schon ca. 1,5 Jahre alt, darum ist auch der Aufbau etwas anders, als ihr das sonst von mir gewöhnt seid.  Bei "Mein Ich in Mir" handelt es sich um das Buch meines besten Freundes Dani, weshalb diese Rezension auch unbedingt auf meinen Blog MUSS. Es ist auch ein sehr untypisches Genre, aber vielleicht bekommt ja doch der ein oder andere Lust darauf.


Eine Rezension über ein Buch zu schreiben bei dem man selbst emotional sehr stark beteiligt ist, ist gar nicht so leicht. Denn viele werden sagen, als beste Freundin des Autors ist man nicht objektiv genug, man findet alles gut und würde doch nie etwas schlechtes sagen. Aber im Grunde ist genau das Gegenteil der Fall, ich möchte, dass Dani das Beste aus sich herausholt und das kann er nur, wenn ich wirklich ehrlich bin. Denn keinem Autor bringt es etwas, wenn man ihn über alle Maßen lobt, nur um ihn nicht zu enttäuschen oder zu kränken, denn damit kommt niemand weiter. Und so bin ich sehr viel kritischer und betrachte das was er schreibt aus mehreren unterschiedlichen Blickwinkeln, weil mir das Buch/seine Bücher und Geschichten sehr am Herzen liegen.

Ich habe ihn die ganze Zeit über beim Entstehungsprozess dieses Buches begleitet, darum weiß ich auch, wie viel Gefühl, Ehrlichkeit, Mut und Arbeit in „Mein ich in mir“ steckt. Dieses Buch ist etwas ganz besonderes, weil es sehr viele Menschen anspricht. Denn wir alle haben im Leben das eine oder andere zu tragen und stehen oft vor scheinbar auswegslosen Situationen. Natürlich helfen einem dann die Menschen, die einem nahe stehen am Meisten, aber oft im Leben ist man auch alleine und dann können einen fremde Worte (ein Buch) trösten und Lösungsmöglichkeiten zeigen. Vor allem aber hat man dann das Gefühl, mit seinem Problem eben doch nicht so ganz alleine dazustehen.

In „mein Ich in Mir“ begleiten wir David Völler auf eine Reise durch sein Leben, beginnend am Tag seiner Geburt. Wir erfahren einiges über seine Kindheit und Jugendzeit, sind beim Erwachsenwerden, mit allem was da dazugehört dabei und werfen mit ihm einen kleinen Blick in seine noch nicht „geschriebene“ Zukunft.

Der Leser „erlebt“ wie David aufwächst, lernt seine Eltern, seine Familie, sein Umfeld, Menschen die ihm sehr viel bedeuten und auch Menschen die ihn nur benutzt haben kennen und erfährt wie schwer es ist, wenn man den Großteil seines Lebens immer wieder mit sich, seinen Gefühlen und seinen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Vor allem aber erfahren wir Leser wie es ist, sich verstecken zu müssen, weil man doch nur so sein will, wie alle anderen, eben NORMAL. Der Protagonist zeigt uns, wie er all die Jahre über versucht hat, ein Leben zu führen, dass er eigentlich gar nicht wollte. Und wie er immer wieder sein eigenes ICH verdrängt hat.

Auf beeindruckende und sehr gefühlvolle Weiße erzählt Daniel Mathias Löser wie er (David) es nach sehr vielen Jahren geschafft hat, seine Ängste zu bezwingen, zu sich zu stehen und sich als den anzunehmen und zu akzeptieren, der er ist. Er nimmt seine Leser mit in die „schwule Welt“ gibt ihnen einige Einblicke und auch die eine oder andere Erkenntnis. Der Autor macht uns bewusst, wie wichtig wirkliche Freunde sind, die zu einem stehen, einen verstehen und lieben. Und er zeigt uns, dass die Liebe die einzige Macht der Welt ist, die es schafft, dass Dunkel zu durchdringen.

Auch nach mehrmaligem Lesen berührt mich diese Geschichte immer noch sehr und dass, obwohl ich deren Inhalt schon vor dem Lesen kannte. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass ich mit dem Autor eine sehr enge Bindung habe. Sondern vor allem deshalb, weil Daniel es einfach versteht, die Menschen mit seinen Worten zu erreichen und zu berühren. Und so bin ich mir sicher, dass es fremden Menschen, die ein gutes Buch zu schätzen wissen, erst recht so gehen wird.

„Mein ich in Mir“ ist nicht nur eine Geschichte, sondern auch ein Ratgeber, für all die Jenigen, die Probleme haben und denen im Leben eben nichts geschenkt wurde. Und ich hoffe sehr, dass es vor allem auch den schwulen Lesern helfen wird zu sich selbst zu stehen, und den Mut aufzubringen sich zu outen. Es gibt immer mindestens einen Menschen da draußen, der euch liebt. Und das sicher nicht wegen eurer sexuellen Orientierung, wegen eures Berufes, eures Erfolgs oder eures Status. Nein, dieser Mensch liebt euch wegen dem was ihr seid, mit allem was zu euch gehört und mit allem was euch ausmacht. Und ein solcher Mensch, weiß sowieso dass ihr schwul seid, selbst wenn ihr es versucht geheim zu halten. Also seid stolz auf euch und auf das was ihr seid.

Allen anderen Lesern wird durch dieses Buch vielleicht etwas mehr bewusst, wie gut man es doch selbst eigentlich hatte bzw. hat. Man lernt wieder vieles mehr zu schätzen und ist dankbar dafür, selbst wenn das eigenen Leben nicht immer nur Sonnenstunden für einen bereit hält.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mir wünsche, dass dieses Buch sehr viele Menschen erreichen wird, die nach dem Lesen dazu bereit sind, die Welt mit etwas anderen Augen zu sehen.



Kommentare:

  1. Ich danke dir ;) Ich bin immer noch total begeistert von deinen Worten, besser hätte man das nicht machen können, lieb dich!

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    1. sehr gerne <3, du weißt ja wie unglaublich wichtig mir dein Buch ist, lieb dich!

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    2. Ja, dass weiß ich ;) Und du weißt wie wichtig du mir bist^^ ich glaube das gleicht es ganz gut wieder aus^^ Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal für deine Hilfe bei meinem Blog bedanken, ohne dich hätte ich das nie hin bekommen!

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    3. ja, so wichtig wie du mir <3 wir sind schon ein tolles Team :)

      Bitte, jederzeit und immer :) hat ja auch richtig Spaß gemacht deinen Blog wieder im neuen Glanz erstrahlen zu lassen :)

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  2. Die Rezension kommt mir sehr bekannt vor ;) Wo hab ich sie denn schon Mal gelesen?
    Also, da ich selbst gerne schreibe, weiß ich wie wahr der erste Absatz ist! Du bist echt ein Schatz, dass du deinem besten Freund in der Entstehungsphase seines Buches begleitest! Welcher Autor wünscht/braucht sowas nicht? :) Und zum anderen möchte ich sagen, dass ich es wundervoll finde, wie ehrlich Daniel Mathias Löser mit seinem Leben umgeht! Das ist wirklich bewundernswert und sehr stark! Ich würde das nicht schaffen, glaube ich.
    Also habe ich da großen Respekt vor!

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    1. Kann gut sein, dass du sie gelesen hast, als ich die Rezension damals geschrieben habe, sie ist ja schon ca. 1,5 Jahre alt. Für mich war und ist das selbstverständlich, es gibt nichts, was ich nicht für meinen besten Freund tun würde.

      Du hast auf jeden Fall recht, es war damals bewundernswert und ist es heute immer noch, seither hat sich sehr viel getan und verändert, worauf er wirklich stolz sein kann!

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    2. Danke Katherina, es war kein leichter Schritt, aber am Ende der Richtige und ich glaube, nein ich weiß, ich würde ihn immer wieder tun!

      Natürlich wäre das ohne Ally und meinen Mann nie möglich gewesen ;) Dafür kann ich mich gar nicht oft genug bedanken!

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    3. Es war auf jeden Fall das Richtige, das sehen wir ja eigentlich fast täglich :)

      Ich muss mich auch bedanken, dass du mir so sehr vertraust, sodass ich auch immer und zu jeder Zeit wirklich bei dir sein und dich begleiten konnte <3

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  3. Hallo Ally,

    ich finde, es ist eine wundervolle Rezension! Du bist eine richtig tolle beste Freundin...:-) Den Mut muss man erstmal finden, zu seinen wahren Gefühlen zu stehen. Da warst Du an der Entstehung des Buches offensichtlich echt nah dran. Klasse!

    LG

    Kay

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    1. danke dir du Lieber :)

      Der Weg war wirklich nicht immer leicht, und vor allem auch einer der über Jahre ging. Und ja, das war ich und darüber werde ich auch immer sehr stolz sein!

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