Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Was wir auch tun - Marie Lucas - Rezension

http://www.fischerverlage.de/buch/was_wir_auch_tun/9783841422156
 Verlag: Fischer FJB
Hardcover
ISBN: 978-3-8414-2215-6
Seiten: 495
Preis: 16,99 €
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Alex gähnt, streicht sich die Haare aus dem Gesicht und fragt sich, wie man so abhängig von Menschen sein kann, das man aus lauter Verlangen nach ihm freiwillig die ganze Wohnung streicht. "Liebe" beantwortet er sich selbst die Frage. "Verdammte Liebe".


Robin und Alex könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie wohlhabend, hübsch und beliebt, Er arm, gewaltbereit und der Außenseiter der Schule. Alex Vater hat ihn, seinen Bruder und seine Mutter über mehrere Jahre hinweg verprügelt bzw. misshandelt. Anton sein Bruder sitzt im Gefängnis, und so ist es kaum verwunderlich, dass die Wut auf alles und jeden, Alex täglicher Begleiter ist. Robin ist in Wohlstand groß geworden, materiell fehlt es ihr also an nichts. Dennoch kennt auch die junge Frau die Schattenseiten des Lebens, ihre Mutter starb bei einem Verkehrsunfall und die geliebten Großeltern leben bedingt durch einen Schlaganfall und durch Alzheimer in einem Seniorenheim.

Als die beiden Gefühle füreinander entwickeln, ändert sich alles, doch muss ihre Liebe zunächst jede menge Hindernisse überwinden. 


"Was wir auch tun", ist für mich der erste Roman der Autorin den ich gelesen habe, so war ich dementsprechend gespannt, was mich erwarten würde. Zunächst hat mich dieses wundervolle Cover angesprochen, doch auch der Inhalt steht diesem in nichts nach. Er ist sicher nicht vollkommen neu, da es in sehr vielen Romanen ein hübsches wohlhabendes Mädchen und den sogenannten Bad Boy gibt. Dennoch konnte mich Marie Lucas mit ihrer warmherzigen, tiefgründigen und gefühlvollen Geschichte überzeugen. 

Wie bereits erwähnt, könnten Alex und Robin auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein, dennoch haben beide etwas sehr entscheidendes gemeinsam, sie wissen wie es sich anfühlt, einsam zu sein und das Gefühl zu haben, dass kein anderer Mensch sie wirklich versteht. Nach und nach bekommt der Leser immer mehr Einblicke in das Leben der beiden Hauptprotagonisten, sowie in das Leben von Jasper, Robins Ex-Freund, der sie um jeden Preis zurück haben will. Obwohl zunächst wenig spektakuläres und spannendes passiert und man als Leser "nur" am ganz gewöhnlichen Alltag der Drei teilnimmt, hat "Was wir auch tun" etwas fesselndes an sich, was mich das Buch kaum aus der Hand legen lies. Ich wollte stets wissen, was als nächstes geschieht, aber vor allem war ich gespannt darauf zu erfahren, was in Robin und Alex Leben passiert ist, welche Ereignisse sie geprägt haben und wie sie aufgewachsen sind. 

Alex hatte es dank eines gewalttätigen Vaters alles andere als leicht, in seinem großen Bruder Anton findet er aber einen Beschützer, der immer auf ihn aufpasst. So hält das starke Band der Brüder auch dann stand, als Anton für mehrere Jahre ins Gefängnis muss. Alex fühlt sich wohl in der Hooligan Szene, denn nur hier kann er seine stets vorhandene Wut und seine Aggressivität etwas loswerden. Trotz, oder gerade wegen seines Verhaltens, mochte ich ihn dennoch extrem gerne. Denn Alex hat auch eine sehr verletzliche, beinahe schon sensible Seite und so konnte ich absolut nachvollziehen, warum er sich oft so brutal und nach Außen hin kalt verhält. 

Auch Robin mochte ich von Anfang an sehr gerne, denn schnell wird klar, dass reich und glücklich sein, längst nicht nur davon abhängig ist wie viel Geld man besitzt, sondern dass es die besonderen Menschen im Leben sind, die wirklichen Reichtum bedeuten. Und so ist Robin lange Zeit in der Geschichte Diejenige, die "arm" ist. Ihre sogenannte beste Freundin Steffi denkt meist nur an sich, der Vater ist entweder beim Arbeiten, oder beim Golf spielen, die Großeltern bedingt durch Krankheit nur wenig für sie da, ihre Mutter ist früh gestorben, einzig der Haushälterin Carmen kann sich die junge Frau etwas anvertrauen.

Als Robin und Alex das erste Mal aufeinander treffen, spürt man schon eine gewisse Chemie zwischen den Beiden, doch was dann geschieht, hätte ich so nicht erwartet. Denn besonders durch ein Geheimnis, und Alex oft abweisende Art, droht die Beziehung nicht lange stand zu halten. Durch den Wechsel der Perspektiven bekam ich zu jeder Zeit Einblicke in die Gefühlswelt der Charaktere, ich "lebte" mit ihnen. Die Authentizität eben dieser Gefühle, macht "Was wir auch tun" aus. Alex erfährt zum ersten Mal in seinem Leben, dass auch er Glück verdient hat, dass er es wert ist glücklich zu sein. Und auch Robin fühlt sich nach sehr langer Zeit endlich wieder geliebt, genau so wie sie ist.  

Sämtliche Nebencharaktere sind ebenfalls sehr echt und interessant gestaltet, sie verleihen der Geschichte eine gewisse Würze und runden diese gut ab. Selbst Jasper der vermeintlich Dritte im Bunde, konnte mich überzeugen, so hat mich auch die oft vorhandene Dreiecksgeschichte überhaupt nicht gestört.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und recht angenehm. Und auch wenn ich die Erzählweiße in der Gegenwartsform in Büchern weniger mag, gewöhnte ich mich recht schnell daran. Marie Lucas beschreibt nicht zu blumig, lässt dem Leser also genügend Raum für die eigene Vorstellung, sowohl der Charaktere als auch der gesamten Umgebung.


"Was wir auch tun" von Marie Lucas ist eine eher ruhige Geschichte, die sehr viel durch Emotionen,  Atmosphäre und durch das Agieren der Charaktere lebt. Das Buch ist aber dennoch zu keiner Zeit langatmig oder gar langweilig, da man als Leser die Geschichte von Robin und Alex gespannt verfolgt, mit ihnen fühlt und hofft. 

Ich vergebe sehr gute 4/5 Flügeln!


Kommentare:

  1. Das klingt ja gar nicht schlecht, ich mag ja ruhige Geschichten :) Das Cover hat mich bisher aber eher abgeschreckt, sodass ich dem Buch kaum mehr Aufmerksamkeit schenkte. Das ist durch deinen schönen Einblick jetzt anders, danke dafür! <333

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    1. Ich denke dir würde es auch echt gefallen <3. Ich musste jetzt so richtig grinsen wegen dem Cover ;)) ich mag es schon deshalb, weil es eben nicht so typisch ist :D

      <3<3

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  2. Ohhh das klingt gut!!! Eine ruhige Geschichte, die nur durch Emotionen und Atmosphäre lebt, ist ja sehr oft sehr mein Geschmack. :) Das Cover mag ich nicht so, das sieht so sehr nach Teenie aus. :D Daher hatte ich das auch bisher gar nicht im Blick. Deine Rezension hat mich jetzt doch wirklich neugierig gemacht. Mal sehen, ob ich im Neuerscheinungswahnsinn noch ein bisschen Zeit für dieses Büchelin schaffen kann. xD Neugierig bin ich jetzt jedenfalls total.
    Wirklich toll beschrieben mein Allylein!!! <3 <3

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    1. Für dich wäre es auf jeden Fall auch was <3
      Das Cover passt durch die beiden Seiten so perfekt zum Inhalt, da haben sich die Grafiker mal wirklich am Inhalt orientiert :D
      Danke mein Beccachen <3<3<3

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