Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Mit anderen Worten: ich - Tamara Ireland Stone - Rezension

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Verlag: Magellan
Hardcover
ISBN: 978-3-7348-5021-9
Seiten: 327
Preis: 16,95 €
Übersetzung: Sandra Knuffinke und Jessica Komina
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Die paar Lampen, die wir angeknipst haben, tauchen die Wände in sanftes Licht, und ich denke an all die Zettel, die uns umgeben, all die Liebe, all den Schmerz, die Angst und die Hoffnung. Wir sind umschlossen von Worten. Es ist ein perfekter Moment, einfach weil ich unsterblich in diesen Raum und die Leute darin - die echten genauso wie die an den Wänden - verliebt bin. 
(Seite 248)


Samantha leidet unter Zwangsstörungen, die meist dann hervorbrechen, wenn sie unter Druck ist. Ihre vier „besten Freundinnen“ wissen nichts von ihren Problemen. Die junge Frau hält diese vor ihnen mit aller Macht geheim, was für sie alles andere als einfach ist. Sam ist in psychiatrischer Behandlung und nimmt Medikamente, nur so kann sie ihren Alltag bewältigen.

Als Sam eher zufällig auf den geheimen Dichterklub der Schule trifft und diesem letztendlich auch beitritt, verändert sich das Leben der Schülerin. Sie lernt neue Freunde kennen, verliebt sich in AJ, findet in Caroline die Unterstützung nach der sie sich all die Jahre gesehnt hat, und spürt plötzlich am eigenen Leib, wie machtvoll Worte sein können. 


Die meisten von euch wissen, wie sehr ich die Bücher des Magellan Verlages schätze, da diese nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich etwas ganz besonderes sind. In „Mit anderen Worten: ich“ von Tamara Ireland Stone, beschreibt die Autorin auf wundervolle und sehr berührende Weise, wie machtvoll Worte sind, und was diese für unterschiedliche Gefühle auslösen können. Protagonistin Sam leidet unter Zwangsstörungen, in Momenten in denen sie aufgeregt ist oder sich überfordert fühlt, fahren ihre Gedanken regelrecht Achterbahn. Ohne fremde Hilfe ist es für die junge Frau oft sehr schwer, die Gedankenspiralen zu durchbrechen, die sich schnell zu wahren Panikattacken steigern können. Eher durch Zufall oder vielleicht auch durch Schicksal, trifft Samantha auf den geheimen Dichterklub der Schule. AJ der „Schlüsselwart“ ist zunächst alles andere als begeistert, als Sam ein Teil der Dichterecke wird. Für Sam hingegen ist die Dichterecke nach anfänglichen Schwierigkeiten ihr Zuflucht´s – und absoluter Wohlfühlort. 

Sam lernt nach und nach die anderen Mitglieder des Klubs kennen, erfährt mehr über ihr Leben und auch über die Umstände, die sie zu den Dichtern geführt haben. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat die Schülerin nicht mehr permanent das Gefühl sich verstellen zu müssen. In der Dichterecke kann Sam auch sie selbst sein, sie wird akzeptiert und gemocht. Umgeben von den unterschiedlichsten Gedichten, welche die schwarzen Wände des Raumes schmücken, blüht Sam Zusehends auf. Sam selbst beginnt Gedichte zu schreiben, die ihr helfen den Alltag um einiges besser zu meistern. Sie verarbeitet darin ihre Ängste, aber auch ihre Glücksmomente. 

Durch Caroline findet Sam zum ersten Mal halt in einer Freundschaft. Samantha kann Caroline ihre Probleme anvertrauen und auch von ihrer Krankheit erzählen. Ihren vier „besten Freundinnen“ hingegen, könnte sich Sam niemals offenbaren. Umso mehr Zeit die junge Frau in der Dichterecke verbringt, umso deutlicher wird ihr bewusst, dass sie sich von diesen vier Mädchen distanzieren muss. Sam findet immer mehr den Mut dazu, sich zu wehren und auch auszusprechen was sie wirklich denkt. AJ lässt Sams Herz höher schlagen. Der smarte, Gitarre spielende, auf den ersten Blick eher unscheinbare junge Mann, berührt Sam auf sehr intensive Art. Aus einer zunächst zarten Liebe entsteht im weiteren Verlauf der Geschichte eine starke und ehrliche Beziehung, die so schnell nichts auseinanderbrechen kann, auch wenn Sam ihre Krankheit lange Zeit geheim hält.

Ein weiteres sehr zentrales Thema des Romans ist die Freundschaft und die Wichtigkeit dieser. Jeder Mensch sehnt sich nach der einen besten Freundin, dem einen besten Freund, dem man wirklich jedes noch so schlimme Geheimnis anvertrauen kann. Jemanden der einen versteht, unterstützt und in allen Lebenslagen bedingungslos hinter einem steht. Einen solchen Menschen möchte man mit aller Macht festhalten und niemals wieder hergeben. So ergeht es Sam mit Caroline, die ihr Leben gehörig auf den Kopf stellt. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Geschichte ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, das wundervolle Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein. 

All diese Komponente vereint Tamara Irleand Stone in „Mit anderen Worten: ich“. Hinzukommt ihre ehrliche, schonungslose, aber auch sehr behutsame Art des Erzählens. Sie bringt ihren Lesern Sams Krankheit auf echte und beeindruckende Weise näher. So fiel es mir auch nicht allzu schwer, mich in Samanthas Gefühlswelt und ihre damit verbundenen Probleme hineinzufinden.  Die Autorin schickt ihre Protagonistin auf eine lange Reise, in welcher sie zu sich selbst findet. 

Alle Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet, sie wirken absolut authentisch, was sehr für einen guten Roman spricht. Ganz besonders intensiv und auch wichtig ist für Sam die Beziehung zu ihrer Therapeutin Sue, ohne sie würde das Leben der jungen Frau ganz anders aussehen. AJ ist ein junger Mann, den sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Da auch sein Leben nicht immer leicht war, ist er sehr sensibel und verständnisvoll. AJ ist somit genau der Gegenpart, den Sam so dringend braucht. Auch er ist ein Stützpfeiler und absoluter Fels in der Brandung. 

Für mich war es trotz Samanthas Krankheit und der vorhandenen Schwere des Themas, dennoch ein wirkliches Vergnügen, in diese Geschichte abzutauchen. Die Macht dieses Buches und auch die vielen unausgesprochenen Worte, zogen mich regelrecht in den Bann. Es war so schön, gemeinsam mit Sam ein Teil des Dichterklubs zu werden. Ihr dabei zuzusehen, wie sehr sie sich im Laufe der Zeit verändert, ihren Mut, ihren Kampfgeist und ihre Lebensfreude zu spüren. Die Autorin hat sich sehr lange und gründlich mit „Zwangsstörungen“ auseinander gesetzt, was nochmals deutlich durch ihr Nachwort zu Tage tritt. Ich wurde während des Lesens von den unterschiedlichsten Gefühlen überflutet. Ich musste lachen, hatte Tränen in den Augen, wurde tief berührt und des Öfteren - vor allem durch eine Tatsache - komplett überrascht. Ich bin absolut überwältigt von dieser wundervollen, erwärmenden Geschichte, die so vieles aussagt, tief in die eigene Seele eindringt und bewegt. 


Mit „Mit anderen Worten: ich“ hat Tamara Ireland Stone eine ganz besondere Geschichte geschaffen, die ein schwieriges Thema auf sehr berührende Art aufgreift und verarbeitet. Das Leben von Protagonistin Sam verändert sich durch die Macht vieler Worte, einer ehrlichen Liebe und neu gewonnenen Freunden, welche die junge Frau so akzeptieren wie sie ist. Tiefsinnig, berührend und ehrlich, bringt uns die Autorin sowohl Samantha, als auch ihre Zwangsstörungen näher.   

Von mir gibt es 5/5 Flügeln für diesen großartigen Roman! 


Kommentare:

  1. Hi Prinzessin <3,

    eine wunderbare Rezi woraus deine Gefühle für diese Geschichte sprechen !!!

    Das Sam sich Ihren "Freundinnen" nicht anvertrauen kann, finde ich sehr schade. Wie du schriebst, braucht jeder jemanden, an den sie/er sich anlehen und ein sehr tiefes Vertrauen hat, um seine Probleme und Ängste anzuvertrauen. Aber dies hat sie ja dank Caroline & AJ erkennen können.

    Liebste Grüße & Küsschen,
    Uwe

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    1. Huhu Schätzelein <3

      ich danke dir, bei so einem wundervollen Buch, kann man auch nur schwärmen!

      Das stimmt, das fand ich auch sehr schade, die Mädels sind keine schlechten Menschen oder so, nur leider oft etwas oberflächlich und unsensibel. Es ist wirklich wichtig einen Menschen zu haben, dem man bedingungslos vertrauen kann, der immer für einen da ist!

      Liebe Grüße und Küsschen zurück,
      Ally

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  2. Huhu Ally,

    sehr schöne Rezi! :3
    Mir hat das Buch auch total gut gefallen! Die Bücher aus dem Magellan-Verlag sind aber auch immer etwas besonderes, da hast du vollkommen recht. :)

    LG Alica

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    1. Huhu Alica,

      oh schön, dass freut mich! Und ja absolut, dann sind wir uns ja sehr einig :)

      Liebe Grüße, Ally

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  3. Huhu liebe Ally,

    was für eine zauberhafte Rezension! :)
    Mir ging es beim Lesen genauso wie dir. Es ist einfach so ein schönes Buch mit so einer schönen Message. :)

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Huhu liebe Jasi :-*

      ich danke dir sehr :)
      Stimmt, die Message ist wirklich absolut zauberhaft so wie das komplette Buch <3

      Ebenfalls alles Liebe,
      Ally ♥

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  4. Hallo liebe Ally,

    ich freue mich schon auf dieses Buch, allerdings wird das wohl noch dauern bis ich es besitzen darf. Deine Rezension ist fantastisch.
    Liebe Grüße Cindy

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    1. Hallo liebste Cindy,

      du wirst s genau so klasse finden wie ich, da bin ich ganz sicher! Ich danke dir sehr und hoffe, dass du es ganz bald besitzen darfst :-*

      Liebe Grüße zurück,
      Ally

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