Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Whisperwick - Die Suche nach den Flüsterflammen - Jordan Lees - Rezension

Verlag: Penguin
Hardcover
ISBN: 978-3-328-30381-7
Seiten: 471
Preis: 17,00 €
Übersetzung: Tamara Reisinger
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Benjamiah liebt es in der Buchhandlung seiner Familie auszuhelfen. Er liest gerne Bücher über Wissenschaft und Forschung und generell sämtliche Sachbücher. Logik und eine ebensolche Vorgehensweise, haben ihn bisher in allen Lebenslagen weitergebracht. An Magie oder an das Fantastische glaubt der Junge nicht. Dies ändert sich jedoch, als er per Post ein mysteriöses Geschenk erhält, dass ihn nach Winkelwald und somit in eine Parallelwelt führt. Die Häuser der dort lebenden Menschen sind in einem riesigen und geheimnisvollen Straßenlabyrinth angeordnet, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Zusammen mit Elizabella, von deren Vater er in dem fremden Ort aufgenommen wird, macht er sich aber dennoch auf die Suche nach ihrem verschwundenem Zwillingsbruder Edwid. Die Kinder müssen sich einer Reihe von Prüfungen unterziehen, denn nur so, können sie Edwids Spur folgen. Benjamiah erhofft sich mit Hilfe der Flüsterflammen und einem sehr besonderen Artefakt im Anschluss an ihre Reise, ebenfalls wieder nach Hause zu finden. Doch zunächst liegt vor den beiden Kindern eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. 

Da der Auftaktband und somit „Whisperwick - Die Suche nach den Flüsterflammen“ von Jordan Lees nach einer tollen Fantasygeschichte klang, habe ich mich sehr aufs Lesen gefreut.

Zu Beginn lernte ich den 11-jährigen Benjamiah Creek, dessen Familie eine Buchhandlung in einem kleinen und gemütlichen Dorf führt, kennen. Er verbringt täglich Stunden im Buchladen und hilft dort besonders gerne seiner Großmutter oder steckt seine Nase in wissenschaftliche Bücher und Sachbücher. Abenteuer- und Fantasygeschichten hingegen interessieren ihn nicht, denn Benjamiah glaubt an Wissenschaft und Logik, aber nicht an Magie oder Wunder. Doch dann erhält er eines Tages ein Paket mit einer mysteriösen Puppe darin. Zunächst findet Benjamiah diese nur etwas seltsam, doch dann verwandelt sich besagte Puppe in ein Tier und führt den neugierigen Jungen in die Parallelwelt Winkelwald. Dort tragen ausnahmslos alle Menschen Seelenpuppen bei sich, die Straßen sind in einem extrem verwinkelten Labyrinth angeordnet und überall lauern Gefahren und Geheimnisse.

Außerdem geht es dort recht ruppig zu, daher ist Benjamiah zutiefst dankbar, als er auf den freundlichen und gutmütigen Hansel trifft, der ihn aus einer brenzligen Situation rettet. Hansel nimmt Benjamiah auch bei sich auf, was seine Tochter Elizabella alles andere als begeistert. Doch dann erfährt Benjamiah, dass deren Zwillingsbruder Edwid spurlos verschwunden ist. Benjamiah möchte Elizabella auf der Suche nach ihm helfen, so begleitet er das Mädchen auf eine zunächst ausweglos scheinende Rettungsmission, denn in Winkelwald darf sich kein Bewohner zu weit von seinem Haus entfernen, andernfalls findet dieser nicht mehr zurück und beginnt den Verstand zu verlieren und Dinge zu vergessen. Doch dank eines besonderen Artefakts und einem Set Spielkarten, die Benjamiah bei sich trägt und die in Winkelwald als Zahlungsmittel dienen, gelingt es den beiden Kindern eine Spur zu finden, die Edwid hinterlassen hat. Die Kinder folgen Flüsterflammen, die sie vor Rätsel stellen, ihnen Dinge offenbaren und die sie an verschiedene Orte und zu den unterschiedlichsten Menschen führen. So wächst Benjamiahs Hoffnung, nicht nur Edwid zu finden, sondern auch wieder nach Hause zurückkehren zu können.

Jordan Lees entführt seine Leser*innen in eine grandios erdachte und bis ins kleinste Detail geplante, ausgearbeitete und faszinierende, oft düstere Welt. Eine absolute Besonderheit sind dort definitiv die Seelenpuppen, diese sind mit ihrem Menschen untrennbar verbunden. Jeder Bewohner kann seine Seelenpuppe via Gedanken und seinen Gefühlen steuern. Außerdem können sich die Puppen in die unterschiedlichsten Tiere verwandeln, was oft ungemein praktisch ist. Keine Seelenpuppe gleicht der anderen, sie passt sich ihrem Träger an. In Winkelwald gibt es unglaublich viel zu entdecken, daher habe ich Benjamiah und Elizabella auch unglaublich gerne auf ihrer Reise, die den beiden einiges abverlangt, begleitet. Sie stoßen des Öfteren auf Geheimnisse, werden überrascht und müssen die eine oder andere Herausforderung meistern, was sie letztendlich auch zusammenschweißt. Denn zu Anfang ist Elizabella, die unter der Trennung und dem Verlust des Bruders leidet, abweisend, kratzbürstig und nicht sonderlich nett. Dies ändert sich, als das Mädchen merkt, wie groß Benjamiahs Bereitschaft ihr zu helfen wirklich ist und wie sehr dieser daran glaubt, dass sie Edwid finden werden. So entsteht eine außergewöhnliche und tiefverbundene Freundschaft, was mir enorm gut gefällt. Benjamiah der stets ein sehr kluger, wissbegieriger und liebenswerter Einzelgänger war, verändert sich im Laufe der Zeit sehr. Er findet Gefallen an fantastischen Büchern und beginnt nach all dem Erlebten auch an Wunder zu glauben. So wächst dieses ungleiche Duo definitiv über sich hinaus.

Die Geschichte ist stellenweise recht düster, was aber angesichts der Mission, die die Kinder bestreiten, sehr passend ist. Außerdem ist diese noch weit aus tiefgründiger und emotionaler als gedacht. Denn nicht nur die Suche nach Edwid nimmt viel Raum ein, auch die zwischenmenschlichen Gefühle, Ängste und Probleme beider Familien und somit aller Mitglieder stehen im Fokus, was schön und zu Herzen gehend ist. So fieberte ich auch stets mit den zwei Kindern mit und war unglaublich gespannt auf das Ende dieses ersten Bands. Es hat mich überrascht und definitiv auch berührt, daher freue ich mich auch sehr auf die Folgebände. Ich hoffe in diesen noch viel mehr über Winkelwald, dessen mysteriöse und zum Teil dubiose Menschen und Gestalten sowie generell über die Hintergründe, Zauber und dessen Aufbau etc. zu erfahren.   

Die grandiosen und atmosphärischen Illustrationen von Vivienne To erzählen die Geschichte wunderbar weiter und lassen während des Lesens ein herrliches Kopfkino entstehen, was wunderbar ist. 

Whisperwick - Die Suche nach den Flüsterflammen“ von Jordan Lees ist der wundervolle Auftaktband einer großartigen Fantasyreihe, in deren Mittelpunkt der zu Anfang sehr strukturierte und Wissenschaft-Liebende Benjamiah steht. Als dieser in die Parallelwelt Winkelwald gerät und dort der gleichaltrigen Elizabella dabei hilft, ihren verschollenen Bruder Edwid zu findet, verändert sich sein bisher beschauliches Leben grundlegend. Gemeinsam müssen sich die Kinder in dieser düsteren und unberechenbaren Welt jeder Menge Herausforderungen und Gefahren stellen, Rätsel und Geheimnisse lösen und felsenfest zusammenhalten, um zu bestehen und ans Ziel zu gelangen. Spannende Wendungen, berührende Überraschungen, eine große Portion Magie, Herz und definitiv auch Humor, bescherten mir sehr einnehmende, emotionale und rund um fantastische Lesemomente.

 

Daher vergebe ich für diesen ersten, einnehmenden Band 5/5 Flügel/Schwingen! 

 


 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor, sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.   

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