Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Tale of Magic - Die Legende der Magie - Eine geheime Akademie - Chris Colfer - Rezension

Verlag: Fischer Sauerländer
Hardcover
ISBN: 978-3-7373-5784-5
 Seiten: 458
Preis: 18,00 €
Übersetzung: Naemi Schuhmacher
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Brystal Evergreen lebt mit ihrer Familie im südlichen Königreich. Dort ist das Lesen für Frauen verboten, da diese sich um Mann, Haushalt und Kinder zu kümmern haben. Doch Brystal liebt Bücher, so lässt sie sich einiges einfallen, damit ihr der Lesestoff nicht ausgeht. Unter anderem arbeitet sie als Putzkraft in der hiesigen Bibliothek, um so heimlich zu lesen. Dort findet sie eines Tages ein interessantes Buch, das ihr Leben grundlegend verändert, denn Brystal erfährt dadurch, dass sie magische Fähigkeiten hat.

Sie wird an einer Akademie aufgenommen und dort gemeinsam mit ein paar anderen Schülern in guter Magie ausgebildet. Doch die Gemeinschaft wird von dunkler Magie bedroht, so finden sich Brystal und ihre neugewonnenen Freunde bald in einem finsteren Kampf gegen Hexen wieder, wodurch nicht nur die Zukunft der Akademie, sondern das Schicksal aller Königreiche und der Welt in Gefahr ist. 

Da ich die „Land of Stories“ Bücher von Chris Colfer liebe, war ich sehr gespannt auf seine neue Reihe und somit auf „Tale of Magic - Die Legende der Magie - Eine geheime Akademie“. Da ich bereits wusste, dass auch diese in derselben Welt, in der früheren Zeit spielt, war ich extrem gespannt und neugierig darauf.

Damals war es üblich, dass die Frauen sich um die Familie und um den Haushalt gekümmert haben und dass deren Bildung oft vernachlässigt wurde. Auch Brystals Lebensweg scheint unausweichlich vorbestimmt, doch damit will sich das Mädchen nicht zufriedengeben. Sie will mehr erreichen und etwas gegen die Unterdrückung der Frauen tun. Daher liest sie auch unglaublich gerne und bildet sich weiter, wo es ihr möglich ist. Um immer an genügend Lesestoff zu kommen, putzt sie abends die Bibliothek des südlichen Königreichs, in dem sie bisher aufgewachsen ist. Eines Nachts fällt Brystal ein geheimnisvolles Buch in die Hände, welches ihr offenbart, dass sie magische Kräfte besitzt. Von diesem Moment an überschlagen sich die Ereignisse und das Mädchen findet sich letztendlich an Madame Weatherberrys Akademie für Magie wieder. Ebendiese unterrichtet Brystal und einige weitere magiebegabte Kinder in guter Magie.

Die Kinder blühen an der Akademie immer mehr auf und freunden sich auch bald an. Brystal, die mit ihren 14 Jahren die Älteste ist, kümmert sich um die Ängste und Nöte ihrer Mitschüler und sorgt dadurch dafür, dass die Kinder bald eine tolle Einheit bilden. Doch die schöne Idylle hält nicht lange an, denn die magische Gemeinschaft wird von einer dunklen Macht bedroht, die nicht nur der Akademie, sondern allen Königreichen gefährlich wird.

Ich habe die wissbegierige, tapfere und liebevolle Brystal sofort ins Herz geschlossen. Zu Beginn ist ihr Leben recht trostlos. Sie lebt mit ihren Eltern und ihren beiden großen Brüdern zusammen. Ihr Vater ist oberster Richter und auch den jungen Männern, ist exakt derselbe Weg vorgegeben, doch diese sind über das Privileg, in die Fußstapfen des Vaters treten zu dürfen, glücklich. Bereits in den Anfangskapiteln zeichnet sich ab, das Brystal sehr schlau ist und oft mehr weiß als ihre Brüder. Umso krasser sind die Gegensätze und umso geringer die Chancen für Mädchen, die längst nicht dieselben Rechte besitzen. Ich konnte Brystal, die wegen dieser Ungerechtigkeiten aufbegehrt, komplett verstehen.

Und auch wenn man als Leser*in natürlich weiß, dass Brystal an der Akademie aufgenommen wird, ist das wie und wann, wahnsinnig toll zu lesen. Bereits die erste Begegnung mit der Magie und mit Madame Weatherberry ist großartig und humorvoll zugleich. Als sie und ihre Mitschüler an der Akademie ankommen, wird es noch magischer als auf dem Weg dorthin. Chris Colfer entführte mich erneut in seine wundervolle Welt, die mit dieser Reihe, wieder ihren Anfang nimmt. 

Die Akademie und auch der Dazwischenwald stecken voller grandioser, fantasievoller Wesen, wie Einhörner, Greife, Trolle, Kobolde, Oger, Hexen und noch so viele mehr, die es mir auf jeden Fall auch angetan haben. Ebenfalls toll fand ich Brystals Mitschüler, die mit der Zeit zu echten Freunden werden. Zwei davon leben schon von klein auf bei Madame Weatherberry, sodass diese zu Anfang sicherer im Umgang mit ihren Kräften sind. Aber auch die anderen drei und Brystal finden bald zu ihrer Magie und können diese immer besser lenken. Ich mochte bzw. mag sie alle sehr gerne, nach Brystal ist aber definitiv Lucy mein Liebling, sie ist absolut einmalig. Es war so schön, die Entwicklung aller sechs zu verfolgen. Sie alle machen eine Wandlung durch, die beeindruckend ist. Brystal trägt die größte Verantwortung, für ihre Empathie und ihr Einfühlungsvermögen, muss man sie absolut bewundern. Madame Weatherberry ist ein sehr interessanter Charakter, der hervor sticht und neugierig macht.

Chris Colfer führt seine Leser*innen ausführlich in seine Welt ein, wodurch man diese extrem gut kennenlernt, was absolut schön ist. Dadurch bleibt allerdings ein wenig die Spannung auf der Strecke, doch dies macht der Autor mit seiner besonderen Art des Erzählens fast wieder wett.

Außerdem spricht er unglaublich wichtige Themen wie Diskriminierung, die von der Gesellschaft vorgegebenen weiblichen und männlichen Rollenbilder, Gerechtigkeit und Machtmissbrauch, aber auch den Glauben an sich selbst und die Erkenntnis, das man so wie man ist, genau richtig ist, an. All diese Dinge gehen unter die Haut und berühren.

   Der Autor streut viele kleine Infos, Anspielungen und Hinweise ein, die mich Vermutungen anstellen, und mich auch ab und an grinsen ließen. Ein Ereignis am Ende hat mich komplett überrascht und definitiv geflasht. Hier zeigt sich einmal mehr Chris Colfers Erzähltalent! Vollkommen angetan bin ich von einer Tatsache. Diese zeichnet sich zwar ab, es ist aber umso schöner, dass sie dann auch tatsächlich Wirklichkeit wird. Ich bin komplett begeistert davon, vor allem auch in Verbindung zu "Land of Stories". 

Das Ende ist großartig und macht so unendlich neugierig auf die Folgebände und auf alles, was noch kommt! 


Tale of Magic - Die Legende der Magie - Eine geheime Akademie“ von Chris Colfer ist ein wundervoller Auftaktband, der durch eine mitfühlende, liebevolle und taffe Protagonistin, großartige Gefährten, einen mitreißenden Finalkampf, eine überraschende Wendung, wichtige, gesellschaftskritische Themen und durch ein unglaublich schönes Ereignis, besticht. Die Welt ist faszinierend und herrlich magisch. Durch all diese Komponenten, sind die Weichen für die Folgebände, auf die ich mich unfassbar freue, absolut gelegt. 

4,5/5 Flügeln für diesen schönen und berührenden ersten Teil.





 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor, sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Ally-Schatz, <3

    hier sind wir wirklich absolut einer Meinung. Ich bin mir sehr sicher, dass Chris Colfer das Potenzial der Reihe noch nicht ganz ausgeschöpft hat und wir noch tolle Bände erwarten können. Ich bin super gespannt wie sich die Geschichte noch weiterentwickeln wird.
    Die gesellschaftskritischen Themen haben mir ebenfalls gut gefallen.

    Liebe Grüße
    Sandra

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