Antonia, die nach wie vor unter der plötzlichen Trennung ihrer Eltern im letzten Jahr leidet, ist froh, die Sommerferien mit ihrer Patentante Claire verbringen zu dürfen, um so, zumindest für einige Zeit, den Problemen zu entfliehen. Als Claire sie in den Urlaub einlädt und die beiden sich für eine kleine italienische Insel entscheiden, ist die vierzehnjährige zwischen Meer, Sonne, Eis, leckerem Essen und Zitronenbäumen endlich wieder glücklich. Antonia entdeckt ihre Liebe zum Schnorcheln und verbringt herrlich unbeschwerte Tage mit Letizia, der Tochter ihres Pensionsbetreibers und Gio, deren Cousin. Doch Antonias Probleme lassen sie nie ganz los, was sich einmal mehr bestätigt, als ein unerwarteter Besucher auftaucht, der vieles durcheinanderbringt und ein altes Familiengeheimnis offenbart, dass erneut alles verändert.
Da „Blaue Zitronen - Der Sommer, als alles anders wurde“ von Kristina Kreuzer nach einer wundervollen und gleichzeitig spannenden Sommerlektüre klang, habe ich mich sehe aufs Lesen gefreut.
Zu Beginn lernte ich die vierzehnjährige Antonia, die von ihrer Familie „Toasti“ genannt wird, kennen. Diese leidet nach wir vor unter der plötzlichen und unerwarteten Trennung ihrer Eltern im letzten Jahr, was auch Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen hat. So ist das Mädchen, das nach wie vor nicht weiß, weshalb es zu besagten elterlichen Problemen kam, froh, endlich Sommerferien zu haben. Das Beste an diesen ist, dass Antonia die kompletten sechs Wochen mit ihrer Patentante Claire die Lehrerin ist, verbringen darf und in dieser Zeit auch keinen Kontakt zu ihren Eltern haben muss. Dank einer glücklichen Fügung, lädt Tante Claire Antonia in den Urlaub ein. Die zwei beschließen, diesen auf einer kleinen italienischen Insel, die jede Menge Zitronenbäumchen beherbergt, zu verbringen. Antonia fühlt sich in der kleinen Pension, die von Wirt Paolo und stellenweise auch von seiner sechzehnjährigen Tochter Letizia geführt wird, rund um wohl. Deren vier Tanten, sowie ihr vierzehnjähriger Cousin Gio, sind ebenfalls oft mit von der Partie und packen kräftig mit an. Antonia freundet sich schnell mit den beiden anderen Teenagern an, während Claire mit dem Boot-Taxifahrer Luca anbandelt.
Antonia genießt die unbeschwerte Zeit und verbringt ihre Tage mit täglichem Schnorcheln und mit Gio und Letizia, die ihr geheime Ecken ihrer wunderschönen Heimat zeigen. Viel Sonne, das großartige Meer, wunderbares Essen, leckeres Eis und gemütliche Stunden, lassen das Mädchen ihre Sorgen beinahe vergessen. Doch als ihre Eltern versuchen sie telefonisch zu erreichen, was Antonia geflissentlich ignoriert und als dann auch noch ein unerwarteter Besucher auf der Insel auftaucht, bekommt die herrliche Idylle die ersten Risse. Denn ein altes Familiengeheimnis stellt nicht nur ihre Welt gehörig auf den Kopf.
Antonia, die sich zu Hause von allen, auch ihren Freundinnen, zurückgezogen hat, und ihren Frust und ihre Sorgen durchs Laufen kompensierte, blüht auf der kleinen Insel sichtlich auf und hat das erste Mal seit einigen Monaten endlich nicht mehr das Gefühl verloren zu sein. Antonia entdeckt ihre Liebe zu Italien, sie und Claire verstehen sich auch mit Paolo Letizias Papa und seinen Schwestern großartig, sodass beide auch gerne Zeit mit diesen verbringen. Ich mochte Antonia, deren Gefühlswelt ich gut nachvollziehen konnte, unglaublich gerne. Sie ist ein sehr sensibles Mädchen, das in ihrem Tagebuch Listen über die guten und schlechten Dinge, die über den Tag hinweg passieren, führt. Sie ist hilfsbereit und packt daher auch sehr gerne, auch im täglichen Pensionsbetrieb, vor allem beim Kochen, mit an. Tante Claire ist ebenfalls großartig, sie ist ein absoluter Wirbelwind, liebt es dicke Bücher zu lesen und ihre Patentochter zu verwöhnen. Sie kümmert sich daher auch sehr liebevoll um Antonia und um deren Bedürfnisse. Auch die bescheidene Letizia und den fröhlichen und aufgeweckten Gio, habe ich gleich ins Herz geschlossen. Auch die beiden sind, wie auch die anderen, Menschen mit Tiefgang, Ecken und Kanten und Charakter.
Die Autorin beschreibt das italienische Lebensgefühl ganz wunderbar, so konnte ich das Meer förmlich riechen und spüren, bekam unglaubliche Lust auf Pizza, Eis und Cornetti und auf viele wunderbare, sonnige Tage und milde Abende. Da der deutsche Sommer in diesem Jahr bisher definitiv mit den italienischen Temperaturen mithalten kann, habe ich dieses Buch an einem ebenso schönen Sommertag und lauen Sommerabend gelesen, da ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe das besondere Sommer- und Urlaubsfeeling daher rund um und intensiv genossen und gerne Zeit mit den drei Teenagern verbracht. Deren gemeinsame Erlebnisse und Aktivitäten, haben mich an Urlaube aus der Vergangenheit erinnert, was rund um schön war.
Als Antonias Eltern immer wieder im Wechsel versuchen ihre Tochter zu erreichen, obwohl diese vereinbart haben eine Kontaktpause einzuhalten, wird schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Doch was letztendlich dahintersteckt und welche Verstrickungen sich daraus wiederum ergeben, damit habe ich so gar nicht gerechnet. Denn das Schicksal oder eine entsprechende Fügung, hat Antonia genau auf die Krakeninsel geführt, die für ihre Familie eine Bedeutung hat. So folgte ich diesen Ereignissen, die die bis dato gemütliche Geschichte noch tiefgründiger und auch ernster machten, gebannt. Die Auflösung und die damit verbundenen Geschehnisse im Anschluss, gefielen mir ebenfalls gut. So ist auch das Ende wirklich schön und definitiv stimmig.
„Blaue Zitronen - Der Sommer, als alles anders wurde“ von Kristina Kreuzer ist ein herrlich gefühlvoller, packender Einzelband, mit unerwarteten Wendungen und ganz viel Sommer-, Sonne- und Italienliebe. Denn Protagonistin Antonia, die es die letzten Monate aufgrund der Trennung ihrer Eltern nicht leicht hatte, verbringt gemeinsam mit ihrer Patentante Claire Urlaub auf einer kleinen und gemütlichen Zitronen-Insel in Italien. Die Teenagerin freundet sich mit Letizia, der Tochter des Pensionswirts und mit deren Cousin Gio an und vergisst dadurch, zwischen ausgiebigen Besuchen im Meer, leckerem Essen, ganz viel Eis, Sonne und wunderbar lockeren Tagen, beinahe ihre Sorgen. Doch diese holen sie geballt wieder ein, als nicht nur ein Besucher in ihrem idyllischen Zuhause auf Zeit auftaucht, sondern sich auch noch ein Familiengeheimnis offenbart, das es in sich hat und alles verändert.
Ich vergebe für diesen tollen und einfühlsamen Einzelband 5/5 Flügel/Schwingen!


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