Die fast sechsjährige Prinzessin Margareta lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Bediensteten in einem großen Schloss. Da sie später einmal Königin werden soll, weicht ihr der Bodyguard genannt Bodygerd, ihr nie von der Seite. Das mit dem Königin werden, findet die Prinzessin allerdings gar nicht gut und sich an all die steifen und veralteten Regeln halten zu müssen, ebenso wenig. Daher beschließt Margareta die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und das Zeremoniell, das alles vorgibt zu ändern. Anstelle eines Kleides trägt die Prinzessin immer eine Smokingweste, sie schneidet sich die Haare ab, veranstaltet mit Palastsachen einen Flohmarkt und plant kurzerhand den Sommerurlaub um. Die Erwachsenen tun sich mit all den Veränderungen zunächst schwer, doch als sie begreifen, dass Margareta unglücklich ist, lassen sie sich darauf ein und merken, dass der frische Wind etwas Gutes ist.
Da „Prinzessin von Schrei“ von Charlotte Roos nach einer großartigen Geschichte klang, habe ich mich sehr darauf gefreut, diese mit meinem Neffen zu lesen.
Die kleine Prinzessin von Schrei, die eigentlich Margareta heißt, lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern in einem Palast und soll eines Tages Königin des Landes werden. Stets an ihrer Seite, ihr Bodyguard Bodygerd. Ihren Spitznamen hat sie als Baby erhalten, da sie damals entsprechend viel geschrien hat. Und noch heute zählt sie, bei allen ihr bietenden Gelegenheiten „eins, zwei … Prinzessin von Schrei“ (anstelle der drei). Als ihr sechster Geburtstag kurz bevorsteht, wünscht sie sich, wie jedes Jahr, einen großen Bruder, der an ihrer Stelle später König wird, doch leider wird ihr dieser Wunsch nicht erfüllt. Margareta möchte unter keinen Umständen die Thronfolge antreten, denn die veralteten Regeln sind ihr verhasst. Sie wünscht sich von Herzen Veränderungen, doch bei allem, was die Kleine vorschlägt, blickt sie die „Das-geht-nicht-Gesichter“ der Erwachsenen.
Da auch ihre Cousine Kleo und ihr Cousin Ludwig keine allzu große Hilfe sind, nimmt Prinzessin von Schrei die Dinge selbst in die Hand, denn das verstaubte Zeremoniell, muss der heutigen Zeit angepasst werden. Margareta schneidet sich die Haare, die eine türkisfarbene Strähne ziert, ab, trägt anstatt ihrer schicken Kleider nur noch eine Smokingweste, lädt ihr Volk ein, im Palast zu wohnen und veranstaltet dort einen Flohmarkt, in dem sie Gegenstände aus ebendiesem verscherbelt. Außerdem verlegt sie den Sommerurlaub kurzerhand auf den Campingplatz. Ihre Eltern und Großeltern sind skeptisch, lassen sich aber dennoch auf manche Dinge, die Margareta vorschlägt, ein. Trotzdem gehen die meisten Veränderungen nur sehr schleppend oder gar nicht voran, außerdem verstehen die Erwachsenen nach wie vor nur bedingt, was in ihrer kleinen Prinzessin vorgeht. Das wiederum macht diese so wütend, dass sie ausbüxt und in dieser kurzen Zeit ein Mädchen kennenlernt, das liebend gern ihre Rolle einnehmen würde. Margareta kommt daraufhin eine weitere tolle Idee, und da Mama, Papa, Oma und Opa letztendlich nichts mehr wollen, als die Prinzessin glücklich zu sehen, nehmen sie deren Wünsche endlich ernst und lassen einiges tatsächlich zu.
Margareta aka die Prinzessin von Schrei ist bereits in ihren jungen Jahren ein sehr taffes Mädchen, das sich gegen ein veraltetes und starres System auflehnt, was ziemlich cool ist. Sie hält nichts von den steifen Konditionen und von dem längst überholten Leben am Hof. Sie will selbst bestimmen, ihre Bedürfnisse ausleben und in keine Rolle gezwängt werden. Sie möchte für das Volk auch nahbar sein und dieses integrieren, anstatt alles vorzugeben. Mit ihrer lebenslustigen, fröhlichen, quirligen und eigensinnigen Art und ihrem unerschütterlichen Tatendrang, packt Margareta an, hinterfragt und ist fest entschlossen, etwas zu ändern. Denn nur weil die Dinge immer so waren und zur Tradition wurden, heißt das noch längst nicht, dass diese noch richtig und gut sind. All das und noch so vieles mehr erfahren die kleinen Leser*innen bzw. Zuhörer*innen, während sie Wirbelwind Margareta durch das Schloss und durch ihrem Alltag begleiten, was großartig ist. Sie sehen und erleben hautnah mit, wie wichtig und auch schön es ist, für sich selbst einzustehen. Die Prinzessin rebelliert auf sehr charmante Weise und ist dennoch auch kompromissbereit und findet in ihrer neuen Freundin auch eine wunderbare Verbündete. Das Ende ist daher auch sehr passend und wirklich schön!
Dank der humorvollen und einnehmenden Erzählweise hatten wir viel Spaß beim gemeinsamen Lesen. Dieser Spaß wird durch die herrlichen und farbenfrohen Illustrationen von Josephine Wolff auf jeden Fall noch verstärkt. Sie erweckt alle Figuren wunderbar zum Leben und fängt deren Charakterzüge perfekt ein.
„Prinzessin von Schrei“ von Charlotte Roos, großartig von Josephine Wolff illustriert, ist eine besondere und definitiv ungewöhnliche Prinzessinengeschichte. Denn Prinzessin von Schrei aka Margareta möchte weder eines Tages Königin werden noch sich an das inzwischen sehr verstaubte und nicht mehr zeitgemäße Zeremoniell halten. Mit Herzblut, Charme, Mut und Geschick erwirkt sie, auch wenn sich die Erwachsenen damit schwertun, Veränderungen. Margareta steht für sich und ihre Wünsche und Bedürfnisse ein und zeigt somit bereits den kleinen Leser*innen und Zuhörer*innen, wie wichtig genau das ist. Wir haben viel Freude und Spaß mit dieser tollen und humorvollen Geschichte und dieser taffen Prinzessin.
Wir vergeben 5/5 Flügel/Schwingen für dieses coole Vorlesebuch!
Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor, sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.


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