Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Ich, meine fürchterlich nette Familie und andere Katastrophen - Michaela Beck - Rezension

 
Verlag: Südpol
Hardcover
ISBN: 978-3-96594-253-0
 Seiten: 199
Preis: 16,00 €
Übersetzung: -
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 Die 14-jährige Martha hat es nicht leicht mir ihrer Mutter, denn diese hat wieder einen neuen Freund, der somit ebenfalls Teil ihrer bereits recht großen Familie wird. Denn mit drei Stiefvätern, ihren Halbbrüdern Tobi und Justus und diversen Großeltern, wird es nie langweilig. Doch als Mutter Fritzi sich gegen ihre Kinder und deren Väter durchsetzt und mit ihnen zu Clemens, besagtem neuen Freund, nach Frankfurt zieht, wird Marthas Leben noch chaotischer. Zunächst setzt sie auch alles daran, wieder zurück nach Berlin zu kommen, doch dann beginnt sie sich in ihrer neuen Heimat wohl zu fühlen. Aber das Schicksal, scheint erneut ganz andere Pläne zu haben.
 

 Da "Ich, meine fürchterlich nette Familie und andere Katastrophen" von Michaela Beck nach einer tollen und humorvollen Geschichte klang, war ich sehr gespannt auf diese. 

Zunächst lernte ich die 14-jährige Martha kennen, die dank ihrer Mutter Fritzi eine große Anzahl an Familienmitgliedern vorzuweisen hat. Martha selbst weiß zwar nicht wer ihr Vater ist, dennoch hat sie zwei Halbbrüder, drei Stiefväter und somit auch diverse Großeltern, die allesamt teil an ihrem Leben haben wollen. Georg, Tobis Papa, der sich damals nicht nur in Fritzi, sondern gleichermaßen auch in Baby Martha verliebt hat, ist von Beginn an für ebendiese ein toller Vater. Knappe 4 Jahre später, hätte mit der Geburt von Tobi das Glück perfekt sein können. Allerdings verliebte sich Fritzi dann in Jack und einige Jahre später, kam der heute fünfjährige Justus zur Welt. Doch auch dieses Liebesglück war nicht von Dauer, so zog mit Norbert Stiefvater Nummer drei ein. 
 
Durch die drei Männer und an Ermangelung weiterer Kinder und Enkelkinder, hatten Martha, Tobi und Justus das Glück, von Klein auf, auf eine enorme Anzahl an Großeltern und sogar eine Uroma zurückgreifen zu können. Das Schöne daran ist definitiv, dass die drei Kinder stets umsorgt sind und dass es ihnen somit natürlich auch nie an Geschenken oder anderen Zuwendungen und Liebe mangelt. Generell ist es für die Kinder auch schön, dass immer jemand da ist, der etwas mit ihnen unternehmen möchte. Die Kehrseite wiederum, sämtliche Wochenenden und Ferien sind streng getaktet und verplant, damit alle Verwandten auch möglichst gleich viel Zeit mit Martha, Tobi und Justus verbringen. Dies wiederum ist vor allem für eine Teenagerin, die ihre Freizeit auch gerne mit Freunden verbringen oder auch für sich sein möchte, oft nicht einfach, auch wenn Martha ihre Familienmitglieder viel bedeuten. 
 
Der Großteil der Familie lebt in Berlin, sodass die Kinder abgesehen von den diversen Urlauben keine allzu weiten Strecken zurücklegen müssen, um ihre Verwandten zu besuchen. Doch dann verliebt sich Mama Fritzi in Clemens und der wohnt und arbeitet in Frankfurt und kann dort auch nicht weg, sprich nach Berlin zu ihr und den drei Kindern ziehen. Dank einiger Kompromisse, Versprechen und für Mama Fritzi perfekte Lösungen, kommt es tatsächlich dazu, dass sie mit Martha, Tobi und Justus in die fremde Großstadt zieht. Die drei Kinder tun daher zunächst alles, um sich bei ihrem neuen Stiefvater unbeliebt zu machen, da sie zurück nach Hause wollen. Je mehr Tage aber verstreichen, umso mehr beginnen die Kids Clemens, der sich wirklich großartig verhält, zu mögen und sich in Frankfurt, aus den unterschiedlichsten Gründen, wohl zu fühlen. Doch dann stehen die Zeichen in Bezug auf Fritzis und Clemens Beziehung durch diverse Vorkommnisse schlecht, sodass die Kinder erneut für ihre Wünsche kämpfen müssen, was sie mit viel Herz, Zusammenhalt und Einfallsreichtum auch tun.
 
Ich war von der ersten Seite an begeistert von diesem tollen und einfühlsamen Buch und von Martha, Tobi und Justus, die es definitiv oft nicht leicht mit ihrer Mutter Fritzi haben. Fritzi liebt ihre Kinder, das steht außer Frage, allerdings war sie mir in vielem zu selbstsüchtig. Ihre Beziehungen stehen für sie an erster Stelle und die Kinder müssen sich diesen fügen, ob sie wollen oder nicht. Die drei sind absolut bezaubernd, denn obwohl sie sich zunächst immer gegen ihre jeweiligen Stiefvätern stellen, führen sie bald liebevolle Beziehungen zu diesen und auch zu ihren diversen Omas und Opas. Daher habe ich die Kinder, allen voran Protagonistin Martha, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sehr ins Herz geschlossen, wohingegen mir Mama Fritzi eher fremd blieb. 

Autorin Michaela Beck hat die Herausforderungen die eine so große Patchworkfamilie mit sich bringt, grandios, sehr detailreich und authentisch, aber dennoch auch mit viel Witz beschrieben, was mir unglaublich gut gefallen hat. So haben natürlich auch die Großeltern und die Väter der Jungs ihren Raum in der Story, was ich sehr mochte und was auch perfekt passt. Die diversen Konstellationen und die damit verbundenen Szenen, bringen sehr oft eine herrliche Situationskomik mit sich. Und auch Katze Fräulein Li, die ihr großes Geschäft immer dann mitten in der Wohnung oder im Haus erledigt, wenn eine Trennung von Fritzi und einem ihrer Partner kurz bevor steht, ist göttlich. Im Kontrast dazu stehen wiederum die Momente und Kapitel, in denen die Kinder einmal mehr die Leittragenden sind und sich wieder auf eine neue Lebenssituation einstellen müssen. Ganz besonders Martha, die bereits mehr Verantwortung trägt als es eine vierzehnjährige tun sollte, tat mir leid. Sie muss nicht nur einmal zurückstecken, und auch dann, als sie das erste Mal verliebt ist. So beinhaltet dieses Buch so viel mehr als gedacht und auch jede Menge Tiefgang, was mir extrem gut gefiel. Die Mischung ist daher auf jeden Fall sehr besonders und einnehmend.

Die Schlussszenen haben es somit auch definitiv in sich, denn die Kinder stehen für sich ein und halten den Erwachsenen, allen voran ihrer Mum, einen Spiegel vor, der diese sinnbildlich gesprochen auch tatsächlich zum umdenken bringt. Dadurch geben nicht nur die Kinder alles, sondern auch Fritzi kämpft und wählt endlich nicht den für sie leichtesten und bequemsten Weg. Dadurch ist das Ende auch wirklich schön und so wie ich es mir für Martha, Tobi und Justus erhofft hatte.
 

 "Ich, meine fürchterlich nette Familie und andere Katastrophen" von Michaela Beck ist gleichermaßen humor- wie gefühlvoll. Denn das Thema Patchwork wird aufgrund der Großfamilie, die durch die diversen Beziehungen von Mutter Fritzi ziemliche Ausmaße angenommen hat, intensiv beleuchtet. Mit Witz und Einfühlungsvermögen wird die Geschichte der vierzehnjährigen Protagonistin Martha erzählt, die gemeinsam mit ihren jüngeren Brüdern Tobi und Justus nicht nur den Alltag mit ihren Stiefvätern und Großeltern händeln, sondern auch mit den Liebesdramen ihrer Mum zurecht kommen muss. Damit die Kinder bei der neuesten Beziehung ihrer Mutter nicht wieder zurückstecken, sondern ihr kostbares Glück behalten dürfen, geben diese mit Charme, Scharfsinn und der richtigen Portion Liebe alles, was Fritzi letztendlich ebenfalls zum nachdenken und fighten bringt. Ich hatte tolle, lustige und emotionale Lesestunden, sodass ich diesen Einzelband von Herzen empfehlen kann. 



Somit vergebe ich 5/5 Flügeln für dieses besondere Buch!






  Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor, sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

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