Das Herz ist wie ein Buch, manche dürfen einen Moment darin blättern, einige
dürfen es sich für eine gewisse Zeit ausleihen, aber nur ganz wenigen schenkt man es!

Starminster - Stadt in den Wolken - Megan Hopkins - Rezension

Verlag: Beltz & Gelberg
Hardcover
ISBN: 978-3-407-79033-0
Seiten: 240
Preis: 16,00 €
Übersetzung: Petra Knese
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Bis sie elf Jahre alt ist, findet Astrids Leben ausschließlich in einem Rhabarberschuppen statt. Dort wird sie von ihrer Mutter, aufgrund der Gefahren, die überall in der Außenwelt lauern, versteckt. Doch Astrid sehnt sich nach mehr, sie träumt vom Sternenhimmel, von Freiheit und davon Freundschaften zu schließen. Als eines Nachts eine geheimnisvolle Frau mit Flügeln erscheint, zögert Astrid nicht lange und geht mit ihr mit. Da auch Astrid eine Librae ist und ihr somit bald ebenfalls Flügel wachsen, bringt die Frau Namens Mrs. Wairi sie nach Überlondon, einer Stadt über den Wolken. Dort darf Astrid eine magische Schule besuchen. Das Mädchen lebt sich schnell in Überlondon ein, macht aber bald daraufhin eine beunruhigende Entdeckung, denn Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise. So folgt Astrid gemeinsam mit ihren neuen Freunden, einer gefahrbringenden Spur.

 

Da „Starminster – Stadt über den Wolken“ von Megan Hopkins nach einer großartigen Geschichte klang, habe ich mich sehr aufs Lesen gefreut.  

Zu Beginn lernte ich die elfjährige Astrid kennen, die von ihrer Mutter zeit ihres Lebens in einem Rhabarberschuppen eingesperrt wurde. Astrid weiß nur, dass in der Außenwelt Gefahren lauern und sie deshalb nie nach draußen darf. Und auch wenn Astrids Mum ihre Tochter schulisch ausbilden lässt und stets für ihr leibliches Wohl sorgt, sind diese Anfangsszenen definitiv beklemmend. Mir tat Astrid, die von Freiheit und vom Freundschaften schließen träumt, daher unglaublich leid. Daher staunt das Mädchen, das auch so gerne einmal die Sterne in echt sehen würde, nicht schlecht, als plötzlich eine Frau mit Flügeln in ihrem Schuppen auftaucht und sie mitnehmen möchte. Als die Fremde Astrid davon erzählt, dass auch sie eine Librae ist und Flügel bekommen wird, willigt das Mädchen schließlich ein und lässt sich von ihr nach Überlondon, einer Stadt über den Wolken von London, bringen. Dort soll sie im Starminster mit vielen weiteren Kinder und des Nachts, ausgebildet werden.

Selbstverständlich denkt Astrid, dort angekommen, auch an ihre Mum und überlegt zu Beginn sogar nach Hause zurückzukehren. Doch dass, was ihre Mum ihr angetan hat, lässt sich, trotz der Liebe, die diese für ihre Tochter empfindet, nicht entschuldigen. So nutzt Astrid die große Chance, die sich ihr bietet und bleibt in Überlondon. Dort ist alles neu und unglaublich aufregend für das zu Anfang noch schüchterne Mädchen. Doch die aufgeweckte Penelope, Pent genannt, nimmt sich ihrer an. Die beiden Mädchen werden schnell zu engen Freundinnen und auch mit anderen Kindern ihres Jahrgangs, freundet sich Astrid an. Trotz einer Strafe, die alle Librae ohne Flügel trifft, lebt sich Astrid ein und kann sich ein Leben außerhalb Überlondons kaum mehr vorstellen. Sie sehnt den Tag herbei, an dem auch sie Flügel bekommt. Doch bis es so weit ist, entwickelt Astrid neue Ideen, um sich auch flügellos wohlzufühlen und gut fortbewegen zu können. Neben der ungerechten Bestrafung, macht dem Mädchen noch eine weitere Sache zu schaffen. Denn Kinder scheinen plötzlich, wie vom Erdboden verschluckt. So begeben sich Astrid, Pent und einige andere auf Spurensuche, was sie alle in große Gefahr bringt.

Die Idee, dass Menschen, sogenannten Librae, Flügel, die den uns bekannten Vogelarten gleichen bekommen und auch deren Eigenschaften besitzen, hat mir sofort gefallen. Auch die Thematik des Fliegens und die damit verbundene Freiheit, konnte ich ebenso wie Astrid regelrecht spüren. Daher ist es auch toll mitzuerleben, wie ein Kind seine Flügel bekommt. Und auch Überlondon, dass sich über den Wolken des echten Londons befindet, unzählige, unterschiedliche Brücken und gigantische Blumen aka die wunderschönen Himmelsgärten, beherbergt, und von einem magischen Netz geschützt und dadurch unsichtbar für alle Nicht-Librae ist, finde ich rund um großartig. So geht es auch Astrid, die Überlondon somit gemeinsam mit den Leser*innen erkundet und immer wieder Neues entdeckt. Kinder und daher auch Astrid, bekommen ihre Flügel mit Eintritt in die Pubertät, weshalb diese von einem auf den anderen Tag, damit quasi überrascht werden. Einige erhalten ihre Flügel recht früh, andere müssen lange auf diese warten. Kids, die wie Astrid ohne Eltern oder Familienangehörige in Überlondon leben, sind, auch wenn sie ihre eigene abschließbare Schlafkapsel in der vierten Blume bekommen, oft auf sich alleine gestellt, was ich nicht so gut finde. So verbringt auch Astrid stellenweise Zeit alleine, weshalb sie sich einiges einfallen lässt. Doch dank Pent, ihrer tollen Familie und auch durch Mason und weitere Kinder, ist Astrid nicht einsam.  

Da Astrid Dinge nicht mehr einfach hinnimmt, sondern hinterfragt, stößt sie auch auf Ungereimtheiten, was wiederum dafür sorgt, dass sie auf die vermissten und verlorengegangen Kinder aufmerksam wird. Das und die Ereignisse rund um die Strafe, die die Kinder aufgebrummt bekommen, machen die Geschichte herrlich spannend, mitreißend und stellenweise auch etwas düster. Und auch Astrids persönliche Situation bzw. die Tatsache, dass ihre Mum sie all die Jahre weggesperrt hat, wirft natürlich nach wie vor Fragen auf.

Ungewöhnlich und fies finde ich auch, dass den Jüngsten und somit den Flügellosen von manchen Erwachsenen und auch Lehrkräften oft wenig Interesse und Verständnis entgegengebracht wird. So können sich vor allem die Kids glücklich schätzen, die Familie in Überlondon haben. Astrid, die bisher kaum Luft zum Atmen hatte und die überbehütet wurde, schlägt sich in der für sie neuen Welt, daher erstaunlicherweise extrem gut. Sie ist clever, gibt nie auf und setzt sich für andere ein, was schön mitzuverfolgen war, daher habe ich das Mädchen auch definitiv ins Herz geschlossen. Generell sind die Charaktere toll ausgearbeitet und authentisch. Im Mittelpunkt stehen ganz klar die Kinder, doch auch die Erwachsenen bekommen ihren Raum, allen vor an auch der Antagonist und Bösewicht dessen Lebensgeschichte tiefgreifend ist und zum Nachdenken anregt.

Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, sodass dieses fesselt und unglaublich neugierig auf den Folgeband macht, auf den ich mich bereits jetzt sehr freue.

Starminster – Stadt über den Wolken“ von Megan Hopkins ist der erste Band einer mitreißenden Kinderbuchreihe, die größtenteils in einer verborgenen und magisch geschützten Welt, und somit in Überlondon, einer Stadt über den Wolken, spielt. Dort leben und werden Menschen, sogenannte Librae, die zu Beginn ihrer Pubertät Flügel erhalten, ausgebildet. Auch die elfjährige Astrid findet dort schließlich ein neues zu Hause. Doch da die Situation mit ihrer Mum ungeklärt ist, Kinder spurlos verschwinden und auch eine ungerechtfertigte Strafe die noch Flügellosen in Atem hält, katapultieren sich Astrid und ihre neuen Freunde, in ein gefährliches Abenteuer, das es in sich hat. All das wiederum, bescherte mir tolle und spannende Lesestunden.



Daher vergebe ich 4,5/5 Flügel/Schwingen für diesen genialen Auftaktband! 
 
 
 


 
Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor, sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.  

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